Mehr bezahlbare Wohnungen für Zürich

Argumente

StimmbürgerInnen erteilen Auftrag zur Stärkung des nichtspekulativen Wohnungsbaus

Das Komitee «mehr bezahlbare Wohnungen für Zürich» dankt den 68'726 Zürcherinnen und Zürchern, die mit ihrem JA zum «wohnpolitischen Grundsatzartikel» einen klaren Auftrag erteilt haben. Mehr als drei Viertel der StimmbürgerInnen wollen, dass die Stadt die Anstrengungen zur Förderung des nichtspekulativen Wohnungsbaus verstärkt und das breit gefächerte Angebot der gemeinnützigen Wohnbauträger erweitert.

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Die Mieten sollen sich an den Menschen und nicht am Markt orientieren

Seit über hundert Jahren gibt es in Zürich den gemeinnützigen Wohnungsbau. Die Stadt baut und vermietet Wohnungen, ohne Gewinn zu erzielen. Sie arbeitet mit Baugenossenschaften und Stiftungen zusammen, die sich dem gleichen Ziel verpflichtet haben.

Dank diesem Engagement gehört heute jede vierte Wohnung einer Bauträgerin, die auf Spekulation verzichtet. Ohne diese Wohnungen wäre Zürich keine derart vielseitige Wohn- und Arbeitsstadt.

Auf dem privaten Markt explodieren die Mietpreise. Die Renditeorientierung erhöht den Druck auf breite Bevölkerungskreise. Die Wohnungsnot verdrängt Menschen aus ihren Quartieren. Deshalb muss der gemeinnützige Wohnungsbau gestärkt und die Zahl der Wohnungen, die ohne Gewinnabsichten vermietet werden, deutlich erhöht werden.

Als Antwort auf Volksinitiativen von SP, EVP und Grünen hat der Gemeinderat eine wohnpolitische Zielsetzung formuliert. Die Ergänzung der Gemeindeordnung verpflichtet die Stadt, die Anstrengungen für die Bereitstellung von preisgünstigen und ökologischen Wohnungen deutlich zu verstärken.

Gemeinderat und Stadtrat stimmen diesem Grundsatzartikel zu. Sie und das Komitee mehr bezahlbare Wohnungen für Zürich empfehlen Ihnen am 27. November ein JA.

Es gibt viele Gründe für Ihr JA am 27. November 2011

Der Markt ist aus den Fugen. Zürich ist attraktiv und wächst. Das ist gut. Nicht gut ist, dass die Preise für Wohnungen und Immobilien explodieren. Bei Wohnungswechseln werden die Mieten hemmungslos heraufgesetzt. Langjährigen Mieterinnen und Mieter erhalten die Kündigung, weil umgebaut wird, um viel höhere Mieten verlangen zu können.

Menschen werden verdrängt. Quartiere wie das Seefeld, Wollishofen, Wipkingen, das Zentrum von Oerlikon oder die Weststrasse verändern sich rasant. Zweitwohnungen, Hotels und Businessappartement verdrängen das Alltagsleben. Ältere Menschen haben keine Chance mehr, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Familien mit Kindern müssen wegziehen. Soziale Netze reissen. Das ist nicht gut für die Stadt.

Gemeinnützige haben zu wenig Wohnungen. Für Menschen, die eine neue Wohnung brauchen, sind Genossenschaften, Stadt und städtische Stiftungen oft die einzige Adresse, um etwas Bezahlbares zu finden. Der Bedarf an preisgünstigen Wohnungen ist jedoch viel grösser als ihr Angebot. Viele Genossenschaften haben ihre Wartelisten geschlossen. Auf freie Alterswohnungen müssen Seniorinnen und Senioren jahrelang warten.

Mehr bezahlbare Wohnungen für Zürich. Heute gehört jede vierte Wohnung der Stadt, einer städtischen Stiftung oder einer Genossenschaft. Das reicht nicht mehr. Deshalb soll in der Gemeindeordnung als Ziel verankert werden, dass jede dritte Wohnung einem gemeinnützigen Bauträger gehört. Wenn mehr Bauland für den preisgünstigen Wohnungsbau zur Verfügung gestellt wird und mehr Liegenschaften durch Kauf der Spekulation entzogen werden, ist dieses Ziel erreichbar.

Kleiner Aufwand, grosse Wirkung. Genossenschaften und Stiftungen verrechnen kostendeckende Mieten. Ihr Wachstum finanzieren sie aus eigenen Mitteln. Ihre Neubauten sind energetisch vorbildlich. Der Wohnflächenverbrauch der Bewohnerinnne und Bewohner ist deutlich kleiner als bei den Privaten. Belegungsvorschriften und Vermietungsrichtlinien sorgen dafür, dass die Richtigen das Angebot nutzen können. Zudem entlasten die Genossenschaften die Stadtkasse. Dank bezahlbaren Wohnungen können viele ohne finanzielle Unterstützung leben.

Von durchmischten Quartieren profitieren alle. Sie bringen Leben in die Stadt. Mit Ihrem Ja zum wohnpolitischen Grundsatzartikel sorgen Sie dafür, dass das so bleibt.

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